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Geschichte der Stadtbibliothek Kassel

Die Stadtbibliothek Kassel wurde am 01. Juni 1876 im Haus der städtischen Bürgertöchterschule als Volksbibliothek der Stadt Cassel eröffnet und stand "der unbeschränkten und kostenfreien Benutzung des Publikums nach einem gedruckten Verzeichnisse zu Gebote". Der Anfangsbestand war recht bescheiden und belief sich auf gerade 747 Titel im Jahr 1882. Jahrelang verfügte die Volksbibliothek über keinen festen Standort. Die häufigen Umzüge waren die Folge eines stetig zunehmenden Besucherandrangs. Im Rechnungsjahr 1899/1900 wurden bereits 18 820 Ausleihen gezählt, im Jahr 1918 waren es, nicht allein durch Versorgung der Truppen an der Front und in den Lazaretten, bereits 50 000 Ausleihen. Zudem wurden in der Zeit von 1901 bis 1939 insgesamt acht Zweigstellen gegründet.

Als Gründer der Bibliothek kann Dr. Friedrich Oetker (1809 – 1881) gelten. Der Journalist, liberale Politiker, zeitweilige Stadtrat und spätere Ehrenbürger Kassels stiftete 2000 Thaler zur Gründung einer Volksbibliothek in Kassel. Von Bedeutung ist die testamentarische Verfügung von Dr. Felix Aschrott (1856 – 1927) zu sehen. Dieser hatte der Stadt Kassel einen Teil seines Vermögens vermacht, mit der Auflage eine Stiftung einzurichten. Diese Stiftung sollte in der Kasseler Altstadt ein Wohlfahrtshaus erbauen, das wiederum eine Volkslesehalle enthalten sollte. Erst nach dem 2. Weltkrieg, im Jahr 1955 wurde dieses Haus in der Obersten Gasse gebaut, in dem heute die Jugendbücherei untergebracht ist.

Veröffentlicht am:   13. 03. 2015